Für welche Unternehmen ist das Infor LN Frachtmodul relevant?

Das Infor LN Frachtmodul ist vor allem für produzierende Unternehmen relevant, die Transportprozesse nicht nur operativ abwickeln, sondern aktiv steuern und kostenmäßig transparent machen wollen.

Regelmäßiger Versand an Kunden

Nutzung von eigenem Fuhrpark, externen Speditionen oder Mischformen

Mehrere Standorte und interne Umlagerungen

Transporte zwischen Werken, Lagern oder Gesellschaften müssen koordiniert werden

Komplexe Transportkosten und Verrechnungslogiken

z.B. Frachttarife, interne Kostenverteilung oder Weiterbelastung an Kunden

Typische Herausforderungen in der Transportplanung

Viele Unternehmen steuern Versandprozesse zunächst operativ. Mit wachsender Komplexität entstehen jedoch schnell strukturelle Probleme:

  • Fehlende Kostentransparenz: tatsächliche Transportkosten und Kostentreiber sind oft nicht sauber sichtbar.
  • Kein sauberer Plan-Ist-Vergleich: kalkulierte Frachtkosten und Spediteur-Rechnungen werden nicht systematisch gegenübergestellt.
  • Begrenzte Statussicht: Unternehmen wollen wissen, wo sich die Ware befindet und ob ein Auftrag bereits logistisch und kaufmännisch abgeschlossen ist.
  • Zu viele manuelle Nebenprozesse: Excel, Nachberechnungen und Sonderlogiken stoßen bei hohem Versandvolumen oder mehreren Standorten schnell an Grenzen.

Das Infor LN Frachtmodul setzt genau an dieser Stelle an und unterstützt Unternehmen dabei, Transportplanung, Kostenlogik und Prozessstatus systematisch im ERP abzubilden.

Funktionen des Infor LN Frachtmoduls

Das Modul unterstützt Unternehmen dabei, Transportprozesse zentral zu planen, zu steuern und kostenmäßig zu bewerten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Zentrale Frachtauftragsverwaltung
  • Strukturierte Transportplanung
  • Spediteurauswahl und Steuerung
  • Transportkostenkalkulation und Tarifmanagement
  • Fakturierung von Transportleistungen

Frachtauftrag

Frachtaufträge können in Infor LN aus verschiedenen Ursprungsprozessen entstehen, zum Beispiel aus:

  • Verkaufsaufträgen
  • Bestellungen
  • Lager- bzw. Umlagerungsaufträgen
  • Verteilungsaufträgen
  • Rücklieferungen oder Planungsimpulsen aus der Unternehmensplanung

Das ist wichtig, weil das Frachtmodul dadurch kein isolierter Baustein ist, sondern direkt an zentrale Logistik-, Einkaufs- und Vertriebsprozesse anschließt.

Frachtauftragscluster

Das Modul bildet die eigentliche Transportplanung über Strukturen wie:

  • Versandabteilungen und Planungsgruppen
  • Ladungen und Sendungen
  • Frachtauftrags-Cluster
  • Tourenpläne und Standardtouren
  • Planungsverfahren wie Direktversand, Fracht-Zusammenstellung und Pool-Bildung ab.

Gerade bei mehreren Standorten, hohem Versandvolumen oder komplexen Routen entsteht hier der eigentliche Mehrwert für Planung und Steuerung.

Ein zentraler Funktionsbereich ist die Kostenlogik. Infor LN unterstützt unter anderem:

  • Frachttarifbücher
  • Tarifbasisnummern
  • Spediteur- und Kundentarife
  • Zonen
  • Fracht-Service-Grade
  • Volumen- und Gewichtsklassen
  • Zusatzkosten, z.B. für Bearbeitung oder Zoll

Veranschlagte Frachtkosten und tatsächliche Spediteurkosten lassen sich gegenüberstellen.

Unternehmen erhalten dadurch eine deutlich bessere Transparenz über:

  • Kostenintensive Sendungen
  • Abweichungen zwischen Planung und Realität
  • Preisentwicklungen bei Spediteuren

Status Frachtauftragspositionen

Das Frachtmodul unterstützt nicht nur Planung, sondern auch die Verfolgung des laufenden Prozesses. Relevant sind dabei zum Beispiel:

  • Status von Frachtaufträgen und Frachtauftragspositionen
  • Sicht auf den Bearbeitungsfortschritt
  • Transparenz darüber, ob Frachtkosten bereits berechnet wurden
  • Historie und Übersicht über offene bzw. erledigte Transportvorgänge

Frachtplan

Infor LN unterstützt die Frachtplanung nicht nur über Listen und Stammdaten, sondern auch über visuelle Planungsansichten. Dazu gehören unter anderem:

  • Plantafel
  • Gantt-Diagramm
  • Kartenansicht für Lade- und Entladeadressen

Gerade bei komplexeren Transportstrukturen erleichtert das die Planung und verbessert die Transparenz im laufenden Prozess.

Das Frachtmodul ist eng mit anderen Bereichen verbunden, insbesondere mit:

  • Lager und Lagerlogistik
  • WMS
  • Verkauf
  • Einkauf
  • EDI-nahen Informationsflüssen
  • Externen Verpackungs- oder Speziallösungen

Unser Ansatz für Frachtprojekte mit Infor LN

Ein funktionierendes Setup entsteht durch das Zusammenspiel von Prozessen, Logik und Systemintegration.

1. Prozesse und Anforderungen fachlich sauber aufnehmen

Zu Beginn klären wir, wie Fracht in Ihrem Unternehmen tatsächlich entsteht und gesteuert wird. Dabei betrachten wir insbesondere:

  • Auslösende Prozesse wie Verkauf, Einkauf, Umlagerung oder Planung
  • Transportstrukturen über Standorte, Lager und Versandbereiche hinweg
  • Bestehende Tarif- und Verrechnungssystematiken
  • Anforderungen an Transparenz, Statussicht und Kostenkontrolle
2. Standard und Speziallogik passend zusammenführen

Nicht jede Anforderung lässt sich mit einer Standardsicht auf Frachtkosten abbilden. Deshalb prüfen wir früh, welche Logiken direkt im Standard sinnvoll nutzbar sind und an welchen Stellen ergänzende Lösungen erforderlich werden.

Das ist vor allem dann relevant, wenn zusätzlich berücksichtigt werden müssen:

  • Packstücke
  • Volumen
  • Lademeter
  • Spezielle Verpackungslogiken
  • Individuelle Regeln je Spediteur oder Prozessszenario

Unser Ziel ist ein Setup, das die reale Logik Ihres Versandprozesses zuverlässig unterstützt — nicht nur ein theoretisch sauberes Modell.

3. Integrationen konsequent mitdenken

Das Frachtmodul ist eng mit angrenzenden Prozessen verbunden. Deshalb betrachten wir Fracht nie isoliert, sondern immer im Zusammenhang mit der bestehenden Systemlandschaft.

Besonders relevant sind dabei:

  • Lager und Lagerlogistik
  • WMS
  • Verkaufs- und Einkaufsprozesse
  • EDI-nahe Informationsflüsse
  • Ergänzende Verpackungs- oder Speziallösungen

Gerade bei externen WMS-Systemen oder ergänzenden Verpackungslösungen ist eine saubere Abstimmung entscheidend, damit Ladungsplanung, Kommissionierung und Kostenlogik durchgängig funktionieren.

4. Mit realen Frachtfällen validieren

Ein Frachtsetup ist erst dann belastbar, wenn es mit realistischen Szenarien geprüft wurde. Deshalb validieren wir nicht nur Stammdaten und Prozesse, sondern auch konkrete Anwendungsfälle aus dem späteren Alltag.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Typische Versandaufträge
  • Standortübergreifende Transporte
  • Abweichungen zwischen geplanten und tatsächlichen Kosten
  • Sonderfälle in Verpackung und Tariflogik
  • Status und Prozessverläufe vom Auftrag bis zum Abschluss

So lassen sich Schwachstellen früh erkennen, bevor sie im operativen Betrieb teuer werden.

5. Transparenz und Steuerbarkeit in den Mittelpunkt stellen

Für viele Unternehmen liegt der eigentliche Mehrwert nicht nur in der Transportplanung, sondern in der besseren Steuerbarkeit des gesamten Prozesses. Deshalb richten wir Frachtprojekte darauf aus, dass Unternehmen:

  • veranschlagte und tatsächliche Frachtkosten vergleichen können
  • kostenintensive Sendungen schneller erkennen
  • Abweichungen nachvollziehbar auswerten
  • eine bessere Grundlage für Spediteursteuerung und Verhandlungen erhalten
  • manuelle Nachberechnungen reduzieren
6. Erfahrung aus anspruchsvollen Projektszenarien einbringen

Wir begleiten seit 2019 regelmäßig Projekte zur Einführung des Frachtmoduls und bringen Erfahrung mit komplexen Standortstrukturen, interner Kostenverteilung, individuellen Frachtlogiken und der Integration externer WMS-Systeme ein.

Gerade in Szenarien, in denen Standardlogiken nicht ausreichen, kommt es auf die richtige Verbindung aus Prozessverständnis, LN-Know-how und Integrationskompetenz an.

Praxisbeispiel: Erweiterte Frachtkostenlogik

In einem unserer Projekte sollte das Infor LN Frachtmodul so erweitert werden, dass Frachtkosten nicht nur auf Basis des Artikelgewichts, sondern näher an der realen Versandlogik berechnet werden.

Ausgangssituation

Der Kunde versendet Packstücke mit unterschiedlichen Abmessungen. Die Standardlogik für die Frachtkostenberechnung orientierte sich jedoch vor allem am Artikelgewicht.

Dadurch konnten wichtige Einflussfaktoren für die tatsächlichen Transportkosten nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Herausforderung

Für eine praxistaugliche Abbildung mussten zusätzlich zur Standardlogik weitere Kriterien einbezogen werden, unter anderem:

  • Packstückgewicht
  • Volumen
  • Lademeter
  • verpackungsbezogene Einflussfaktoren auf den Transporttarif

Die Herausforderung bestand also nicht nur in der Berechnung selbst, sondern in der Frage, wie sich diese Logik sauber in den bestehenden Frachtprozess integrieren lässt.

Umsetzung

Die Lösung bestand in der Anbindung eines externen Verpackungsmoduls, über das eine alternative Frachtkostenlogik integriert wurde. Dadurch konnten auch volumen- und lademeterbasierte Tarifmodelle berücksichtigt werden.

Zusätzlich wurde eine nachträgliche automatische Neuberechnung eingerichtet, die die neu ermittelten Werte auf bestehende Aufträge aufaddiert.

Ergebnis

Durch die erweiterte Logik ließ sich die Frachtkostenberechnung deutlich näher an den realen Versandbedingungen ausrichten. Das schafft eine bessere Grundlage für:

  • realistischere Transportkosten
  • höhere Transparenz über Abweichungen
  • belastbare Auswertungen
  • weniger manuelle Nachberechnungen im Tagesgeschäfts

Der konkrete Mehrwert für Unternehmen

Das Infor LN Frachtmodul schafft nicht nur Struktur in der Transportplanung, sondern verbessert auch Transparenz, Steuerbarkeit und Kostenkontrolle im laufenden Betrieb.

Mehr Transparenz über Frachtkosten

Bessere Steuerung von Spediteuren

Höhere Prozesssicherheit

Weniger manuelle Nacharbeit

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Infor LN Frachtmodul

Ja. Das Frachtmodul ist nicht auf Unternehmen mit eigenem Fuhrpark beschränkt, sondern auch dann relevant, wenn Transporte überwiegend oder vollständig über externe Speditionen abgewickelt werden. In Infor LN können

  • Frachtaufträge externen Spediteuren zugeordnet werden
  • Ladungen geplant und angeboten werden
  • Transportkosten auf Basis von Spediteurtarifen berechnet und verarbeitet werden

Gerade dann, wenn Transparenz über Kosten, Status und Abweichungen wichtig ist, entsteht ein hoher Nutzen.

Infor LN unterstützt die Berechnung veranschlagter Frachtkosten für Ladungen, Sendungen und Cluster und ermöglicht die Gegenüberstellung mit den tatsächlichen Kosten des Spediteurs. Dadurch wird sichtbar, wo Abweichungen entstehen, welche Sendungen besonders kostenintensiv sind und an welchen Stellen Optimierungspotenzial besteht. Gleichzeitig lassen sich Preisänderungen oder unerwartete Kostenentwicklungen besser nachvollziehen.

Das Frachtmodul unterstützt die Planung, indem es Frachtaufträge in Frachtplänen mit Ladungen und Sendungen organisiert und dafür verschiedene Planungsverfahren bereitstellt. Dazu gehören Direktversand, Fracht-Zusammenstellung und Pool-Bildung. Zusätzlich können Frachtauftragspositionen zu Clustern zusammengefasst werden, etwa nach Versandabteilung, Planungsgruppe, Transportmittelgruppe oder Zeitfenster. So lassen sich Transporte strukturiert planen, bündeln und effizienter steuern.

Ja. Infor LN bietet eine WMS-Schnittstelle, über die Parameter für die Integration mit dem Infor Lagerwirtschaftsmodul oder einem anderen Lagerverwaltungssystem festgelegt werden können. Darüber hinaus ist das Frachtmodul eng mit Lager, Logistik sowie Verkaufs- und Einkaufsprozessen verbunden. In der Praxis sind auch Integrationen mit externen WMS-Systemen auf Basis der eigenen Ladungsplanung möglich.

Unternehmen schaffen damit mehr Transparenz über Plan- und Ist-Kosten, verbessern die Kostenkontrolle und erhalten eine fundiertere Grundlage für Spediteurverhandlungen. Gleichzeitig lassen sich günstigere Transportoptionen leichter identifizieren, manuelle Nachberechnungen reduzieren und Statusinformationen im laufenden Prozess besser nachvollziehen. Dadurch wird Fracht nicht nur operativ abgewickelt, sondern als steuerbarer Prozess sichtbar und auswertbar.

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