Was ist der Infor Data Lake?

Der Infor Data Lake ist in Infor OS/Data Fabric die zentrale Ablage- und Verbrauchsschicht für Daten aus Infor-Anwendungen und Drittsystemen. Der entscheidende Punkt für Projekte: Daten werden so gespeichert, dass sie später flexibel für unterschiedliche Zwecke nutzbar sind – Analytics, Prozessmonitoring, Integrationen, Audit-Nachweise.

Warum Infor Data Lake in Cloud Migrationen ein Multiplikator ist

In LN-Landschaften sehen wir häufig:

  • stark belastete operative Datenbanken,
  • Reporting-Jobs nachts „am Limit“,
  • gewachsene Exporte und Schatten ETLs.

Mit Data-Lake-basiertem Consumption wird Reporting Schritt für Schritt entkoppelt. Das bringt zwei Effekte:

  • Stabilität (weniger Last/Abhängigkeiten auf LN)
  • Release-Robustheit (Analytics/Exports sind weniger anfällig, wenn sich im ERP etwas verändert).

Gerade in diskreter Fertigung ist LN oft global ausgerollt. Der Data Lake hilft, Daten domänenorientiert zu bündeln – nicht pro Werk/Tabellenlogik – und damit:

  • KPIs vergleichbar zu machen,
  • Stammdaten-Qualität sichtbar zu machen
  • Übergreifende End-to-End-Transparenz aufzubauen.

Viele LN-Migrationen sind gleichzeitig eine „Integration-Sanierung“. Der Data Lake ist dabei kein Ersatz für Integrationslogik, aber ein starker Stabilitätsanker:

  • Events/Datenflüsse werden standardisiert
  • Konsumenten (BI, Data Science, externe Systeme) greifen kontrolliert auf definierte Datenprodukte zu,
  • Governance und Berechtigungen lassen sich zentraler führen.

Infor Data Lake im Infor-OS-Stack: Architekturüberblick

Daten-Ingestion: Wie Daten in den Infor Data Lake kommen

Es gibt mehrere Wege, Daten in der Data Lake zu bekommen:

  • ION Data Flows/Connection Points als zentraler Integrations- und Datenfluss-Mechanismus (u.a. zum Laden aus Quellsystemen)
  • Ingestion API (programmatisches Laden von Datenobjekten per REST)
  • Queue-/Upload-Mechanismen

Praxis-Tipp für LN-Migrationen:

Planen Sie Ingestion domänenorientiert (Order-to-Cash, Plan-to-Produce, Procure-to-Pay, Project/Service) statt tabellenorientiert. Das reduziert spätere Rework in Analytics, Data Quality und KPI-Definitionen.

Metadaten & Data Catalog: Ohne Katalog keine Skalierung

In der Realität scheitern Data-Lake-Initiativen oft an fehlender Orientierung:

  • Was ist das Objekt?
  • Wem gehört es?
  • Welche Version ist gültig?
  • Welche Felder sind sensibel?

Deshalb behandeln wir den Data Catalog als Pflichtbestandteil des Designs – mit klaren Standards für:

  • Naming & Domänen
  • Ownership (Data Owner/Steward)
  • Sensitivitätsklassifizierung
  • Freigabeprozesse

Zugriff & Consumption: Wie Teams Daten sicher und effizient nutzen

Consumption ist der Punkt, an dem IT-Strategie „spürbar“ wird

  • BI/Analytics greifen auf kuratierte Datasets zu,
  • Architektur schafft Standards für Abfragen, Views und Datenprodukte
  • Externe Konsumenten nutzen kontrollierte APIs statt ungeprüfter Exporte

Governance-Layer: Security, Retention, Audit

Governance ist kein Kapitel am Ende der Doku. In Cloud-Programmen ist es ein Operating Model:

  • Rollen & Verantwortlichkeiten
  • Zugriffskonzepte
  • Aufbewahrung/Löschung
  • Nachvollziehbarkeit

Gerade mit personenbezogenen Daten (DSGVO) oder IP-kritischen Engineeringdaten ist die Frage nicht „Kann das Tool das?“, sondern: Wer darf was und wie wird das im Alltag kontrolliert?

Der Infor Data Lake in der phasenweisen Cloud-Migrations-Roadmap

Phase 0: Zielbild und Use-Case Priorisierung
  • KPI-/Use-Case-Landkarte (Management + Fachbereiche)
  • Daten-Domänen, Verantwortlichkeiten, Sensitivität
  • Integrationsprinzipien (Standards statt Einzellösungen)
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Phase 1: Foundation
  • Rollenmodell & Zugriffskonzepte
  • Katalogstandards (Domänen, Naming, Ownership)
  • 1 – 2 priorisierte Datenflüsse als Blaupause
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Phase 2: Migration Waves – Daten & Integrationen parallel stabilisieren
  • Wiederverwendbare Pipeline-Patterns je Domäne
  • Gold-Datasets für Reporting
  • Konsumenten-Onboarding (BI, Teams, externe Systeme)
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Phase 3: Skalierung & Optimierung
  • Self-Service Enablement
  • Kosten/Performance-Tuning
  • Retention/Purge als Betriebsroutine
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