
Was ist die Elaboration Phase?
In der Elaboration Phase wird die Infor Migration fachlich und technisch konkret. Auf Basis des in der Inception Phase definierten Rahmens werden Prozesse analysiert, das Zielbild geschärft und die Anforderungen so strukturiert, dass daraus eine belastbare Umsetzung entstehen kann.
In Projekten zeigt sich gerade hier, wie tragfähig die spätere Realisierung wirklich ist. Denn in dieser Phase wird sichtbar, wo der Infor-Standard passt, wo gewachsene Abläufe hinterfragt werden müssen und an welchen Stellen Integrationen, Daten oder organisatorische Veränderungen sauber ausgearbeitet werden müssen.
Warum ist die Elaboration Phase so wichtig?
Die Elaboration Phase legt die Grundlage für Konfiguration, Entwicklung, Datenmigration und Tests. Je sauberer Prozesse, Systemgrenzen und Datenanforderungen hier definiert sind, desto stabiler läuft die Construction Phase.
Aus Projektsicht ist das der Moment, in dem aus ersten Annahmen belastbare Entscheidungen werden. Gerade in gewachsenen Fertigungsunternehmen zeigt sich in dieser Phase häufig, dass Prozesse je nach Bereich unterschiedlich gelebt werden, zusätzliche Excel- oder Insellösungen im Hintergrund eine wichtige Rolle spielen oder Schnittstellen deutlich mehr Einfluss auf das Zielbild haben als anfangs angenommen.
Welche Themen werden in der Elaboration Phase geklärt?
Sollprozesse und Zielbild
Im ersten Schritt werden die bestehenden Abläufe analysiert und dem möglichen Zielprozess in Infor gegenübergestellt. Entscheidend ist die Frage, wie der Prozess im Zielsystem sinnvoll abgebildet werden kann und an welchen Stellen Standardisierung fachlich und organisatorisch tragfähig ist.
Gerade in der diskreten Fertigung ist das relevant, weil sich viele Abläufe über Jahre an Sonderfälle, Kundenanforderungen oder gewachsene Zuständigkeiten angepasst haben. In der Elaboration Phase wird daraus ein Zielbild entwickelt, das sowohl prozessual als auch systemseitig belastbar ist.
Fit-Gap-Analyse
Ein zentraler Bestandteil dieser Phase ist die Fit-Gap-Analyse. Sie zeigt, welche Anforderungen durch Standardfunktionen abgedeckt sind, wo echte Lücken bestehen und welche Themen über organisatorische Anpassungen, Integrationen oder Erweiterungen gelöst werden sollten.
Aus Projekterfahrung ist diese Bewertung besonders wichtig, weil nicht jede Abweichung vom heutigen Prozess automatisch eine Systemlücke ist. Gleichzeitig gibt es Anforderungen, die für bestimmte Fertigungsszenarien geschäftskritisch sind und deshalb gezielt adressiert werden müssen.
Integrationen und Systemgrenzen
Infor LN ist in vielen Projekten Teil einer größeren Systemlandschaft. Deshalb wird in der Elaboration Phase auch geklärt, welche bestehenden Systeme angebunden bleiben, welche Funktionen künftig in Infor abgebildet werden und wo Schnittstellen in beide Richtungen erforderlich sind.
Typische Fragestellungen sind:
- Welche Systeme bleiben führend?
- Welche Daten werden wo gepflegt?
- Welche Informationen müssen in Echtzeit verfügbar sein?
- Wo reicht eine zyklische Übergabe aus?
Gerade bei PLM-, CRM- oder MES-Anbindungen zeigt sich in dieser Phase, wie stark Prozessdesign und Integrationsarchitektur zusammenhängen.
Datenmigration und Datenqualität
Auch die Datenstrategie wird in dieser Phase konkretisiert. Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche Daten übernommen werden, sondern auch darum, aus welchen Quellen sie kommen, wie sie strukturiert sind und ob sie vor der Migration bereinigt oder transformiert werden müssen.
Das betrifft zum Beispiel:
- Stammdaten aus dem Altsystem
- zusätzliche Stammdaten aus Drittsystemen
- Bewegungsdaten
- standortbezogene Datenstrukturen
- Test- und Simulationsmigrationen
In Projekten wird an dieser Stelle oft deutlich, dass neue Zielprozesse auch neue Anforderungen an Datenstruktur und Datenpflege mit sich bringen.
Organisatorische Auswirkungen
Neue Sollprozesse verändern häufig auch Zuständigkeiten im Unternehmen. Das betrifft etwa Prozessschritte, die künftig an anderer Stelle verantwortet werden, den Wegfall manueller Zwischenschritte oder neue Eskalations- und Freigabelogiken.
Gerade in größeren Organisationen sollte dieser Punkt früh berücksichtigt werden, weil fachliche Entscheidungen in der Elaboration Phase häufig auch Auswirkungen auf Rollen, Verantwortlichkeiten und Change Management haben.
Wie entsteht in dieser Phase ein belastbares Lösungsdesign?
Ein tragfähiges Lösungsdesign entsteht dann, wenn Prozesse, Daten, Integrationen und organisatorische Auswirkungen gemeinsam betrachtet werden. Genau das ist der Kern der Elaboration Phase.
Am Ende steht ein Fach- und Lösungsbild, das mit dem Kunden abgestimmt ist und klar beschreibt:
Fach- und Lösungsbild
- wie das ERP-System eingerichtet werden soll
- welche Anforderungen durch Standard abgedeckt werden
- wo Lücken geschlossen werden müssen
- welche Schnittstellen erforderlich sind
- wie die Datenübernahme vorbereitet wird
Gerade für die weiteren Projektphasen ist diese Abstimmung entscheidend. Sie reduziert Interpretationsspielräume und schafft eine saubere Grundlage für die Umsetzung.
Welche typischen Herausforderungen zeigen sich in dieser Phase?
In der Elaboration Phase werden viele Punkte erstmals konkret genug, um belastbar bewertet werden zu können. Genau deshalb ist sie fachlich oft die dichteste Phase des Projekts.
Typische Herausforderungen sind:
01 | Prozesse sind historisch gewachsen und nicht einheitlich dokumentiert |
02 | Fachbereiche bewerten Standardisierung unterschiedlich |
03 | Integrationen erscheinen zunächst einfacher, als sie später sind |
04 | Datenstrukturen passen nicht ohne Weiteres zum Zielmodell |
05 | organisatorische Auswirkungen werden anfangs zu klein eingeschätzt |
Diese Punkte sind kein Ausnahmefall, sondern typische Themen in Migrationsprojekten. Entscheidend ist, sie in dieser Phase sichtbar und entscheidbar zu machen.
Welche Ergebnisse muss die Elaboration Phase liefern?
Am Ende der Elaboration Phase sollte ein abgestimmtes Fachkonzept vorliegen, das die Grundlage für die Construction Phase bildet. Dazu gehören typischerweise:
Was am Ende vorliegen sollte
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Wie geht es nach der Elaboration Phase weiter?
Elaboration
- Zielbild
- Prozesse
- Integrationen
- Datenstrategie
Construction
- Konfiguration
- Entwicklungen
- Schnittstellen
- Testvorbereitungen
Sobald Zielbild, Prozesse, Integrationen und Datenstrategie abgestimmt sind, beginnt die Umsetzung. In der Construction Phase werden Konfiguration, Entwicklungen, Schnittstellen und Testvorbereitungen auf Basis des erarbeiteten Konzepts realisiert.
FAQ zur Elaboration Phase
Die Elaboration Phase konkretisiert das fachliche und technische Zielbild der Infor Migration. In dieser Phase werden Sollprozesse, Fit-Gap-Bewertung, Integrationen und Datenstrategie so ausgearbeitet, dass die Umsetzung strukturiert starten kann.
Die Inception Phase schafft den Projektrahmen: Ziele, Scope, Organisation und Governance. In der Elaboration Phase wird darauf aufbauend definiert, wie Prozesse im Zielsystem abgebildet werden, welche Anforderungen bestehen und wie Daten und Schnittstellen berücksichtigt werden.
In der Fit-Gap-Analyse werden bestehende Anforderungen und Prozesse mit dem Infor-Standard abgeglichen. Dabei wird bewertet, was bereits durch Standardfunktionen abgedeckt ist, wo funktionale Lücken bestehen und welche Themen über organisatorische Anpassungen, Integrationen oder Erweiterungen gelöst werden sollten.
Neben Infor LN beziehungsweise CloudSuite werden typischerweise auch angrenzende Systeme betrachtet, zum Beispiel PLM, CRM, MES, DMS oder weitere Subsysteme. Entscheidend ist, welche Systeme bestehen bleiben, welche Funktionen künftig in Infor abgebildet werden und wo Schnittstellen erforderlich sind.
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